Pflege
Patientinnen nicht allein lassen
Brustkrebs ist der gefährlichste Krebs für Frauen. Jede 10. Frau erkrankt daran – Tendenz steigend. „Glücklicherweise führt die verbesserte medizinische Versorgung zu immer längeren Überlebenszeiten der Brustkrebspatientinnen. Damit vergrößert sich aber auch der Bedarf an Rehabilitationsangeboten, die die Patientinnen bei der Bewältigung von Krankheits- und Therapiefolgen unterstützen“, sagt Dr. Gertrud Demmler, Vorstand der SBK.
Bisher konzentriert sich die medizinische Krebsnachsorge maßgeblich auf die frühzeitige Erkennung von neuen Metastasen. Zusätzliche Betreuungsangebote sind zwar durchaus vorhanden, werden aber von den Frauen wenig nachgefragt. Brustkrebspatientinnen klagen bei Umfragen von Krankenkassen oder medizinischen Einrichtungen verstärkt über angeblich fehlende Hilfsangebote und Informationen in den Krankenhäusern und betonen ihr Misstrauen gegenüber psychologischen Nachbetreuungsmaßnahmen. „Anscheinend werden diese Angebote den Patientinnen nicht zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Art und Weise nahe gebracht. Dem wollen wir mit einer zeitlich klar strukturierten Nachsorge entgegenwirken, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen einschließt“, sagt Demmler.
Zusammen mit dem Evangelischen Waldkrankenhaus in Berlin-Spandau und der Psychoonkologin Dr. Kristina Brode hat die SBK daher einen Vertrag geschlossen, um neue Maßstäbe für eine ganzheitliche Brustkrebsnachsorge zu setzen. Dieser Vertrag umfasst ein Betreuungsprogramm, an dem innerhalb von zwei Jahren rund 100 bis 150 Patientinnen teilnehmen und dessen Ergebnisse ausgewertet werden.
„Das einjährige Programm der Teilnehmerinnen gliedert sich in einen physiotherapeutischen Teil, in dem unter anderem therapiebedingten körperlichen Einschränkungen entgegengewirkt wird, und eine „systemische Krebsnachsorge“, bei der die psychische Stärkung der Patientinnen im Vordergrund steht“, erklärt Dr. Martina Dombrowski, Chefärztin im Brustzentrum des Ev. Waldkrankenhauses. „Das gesamte Programm setzt kurz nach der Operation im Krankenhaus ein. Die seelische Betreuung schließt somit nahtlos an die medizinische Versorgung an.“ Die „systemische Krebsnachsorge“ ist in mehrere Phasen unterteilt, die sich am Prozess der Krankheitsbewältigung orientieren: Die anfängliche Einzelbetreuung der Patientinnen wird rund sechs Monate nach der Operation durch Gespräche in der Gruppe fortgesetzt.
Die Patientinnen bauen während dieser Zeit ein neues Selbstwertgefühl auf und lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Psychoonkologin Dr. Kristina Brode ist überzeugt: „Soziale, psychische Unterstützung der Patientinnen als ein Argument der Gesundung kann nicht nur an die Familie delegiert werden. Sie muss bereits im Krankenhaus beginnen, da Angehörige von Krebspatienten durch die eigene Betroffenheit zu Hilflosigkeit neigen und überfordert sind.“
Gemeinsam erhoffen sich das Brustzentrum des Ev. Waldkrankenhauses in Berlin-Spandau, die Psychoonkologin Dr. Kristina Brode und die SBK, mit dem Projekt nachweisen zu können, dass die teilnehmenden Patientinnen ein Jahr nach ihrer Brustoperation ihre Lebensqualität als gut beurteilen werden. Es ist davon auszugehen, dass sich noch weitere Krankenkassen diesem Pilotvertrag anschließen werden.
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