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Love Life: Wenn Aids-Prävention nicht greift…

Etwas läuft schief: Um Aids zu bekämpfen, hat das Bundesamt für Gesundheit seit Jahren in aller Öffentlichkeit Homosexualität thematisiert. Doch dieses Jahr werden deutlich mehr Schwule HIV-positiv getestet als 2004. Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA fordert einen Verzicht auf weitere öffentliche Kampagnen, die schwule Sexualität propagieren.
Aids-Infektionen bei schwulen Männern nehmen in der Schweiz alarmierend zu. Nach dem Bundesamt für Gesundheit BAG dürfte die Zahl der neu HIV-positiv getesteten Männer mit homosexuellen Beziehungen Ende Jahr bei 240 liegen – rund 37 Prozent höher als 2004. In Europa hat sich nach UN-Angaben die Zahl der HIV-Neuinfektionen seit 1996 verdoppelt; besonders rasch breitet sich die Seuche im Osten des Kontinents aus.

Schwule gehen das Risiko ein
Der generelle Trend zu weniger Schutz habe für Homosexuelle schwer wiegende Folgen: Für schwule Männer sei die Wahrscheinlichkeit, bei sexuellen Kontakten auf einen HIV-Infizierten zu treffen, 30 bis 40 Mal höher. Das HI-Virus, das eine unheilbare Infektion mit sich bringt, ist unter Homosexuellen nach wie vor sehr viel stärker verbreitet als in der übrigen Bevölkerung.

In der Szene muss mehr getan werden
Gemäss BAG kommen immer mehr Kontakte zwischen Homosexuellen via Internet zu Stande und Präventionsmassnahmen in einschlägigen Lokalen erreichen immer weniger Männer. Viele wüssten auch zu wenig über wirkungsvollen Schutz vor Aids. Das BAG will deshalb seine «Love-Life»-Kampagne stärker auf Schwule ausrichten und seine Streetworker vermehrt in die Szenetreffs für Schwule schicken. Die Betreiber von Lokalen fordert das BAG zudem auf, mehr Verantwortung für die Prävention zu übernehmen. Insgesamt hofft das BAG auf eine leicht tiefere Gesamtzahl von HIV-Neuansteckungen in der Schweiz: 720 positive Tests gegenüber 742 im Vorjahr.

Die SEA gegen öffentliche Kampagne
Die Schweizerische Evangelische Allianz SEA fordert in diesem Zusammenhang einen Verzicht auf eine weitere „öffentliche Schwulenkampagne“. Offenbar hätten die in den letzten Jahren breit gefahrenen Stop-Aids-Kampagnen des Bundes in den grössten Risikogruppen nicht die gewünschte Verhaltensänderung bewirkt, heisst es bei der SEA. Im Gegenteil: „Durch Aufklärungsbroschüren von Pink Cross und der vom BAG unterstützten Aids-Hilfe Schweiz wurden junge homosexuell empfindende Männer zum Ausprobieren ihrer Sexualität in der Risikoszene ermuntert.“


Peter Schmid
http://www.Livenet.ch
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